Das moderne Andreasgelage

Die Anfänge des modernen Andreasgelage liegen bereits über 50 Jahre zurück. Gustav Steubing und Karl Laun hatten das Andreasgelage in seiner jetzigen Form ins Leben gerufen. Dies war im Jahre 1966. Seitdem hat sich das Andreasgelage der Moderne im Kelsterbacher Fest- und Vereinsleben etabliert. Im Mittelpunkt steht dabei die Pflege der Beziehungen und des Brauchtums zwischen den Städten Frankfurt und Kelsterbach sowie stets ein heimatkundlicher Vortrag und meist ein musikalischer Beitrag. Fanden die ersten Gelage noch im kleinen Rahmen statt, so entwickelte sich das Gelage zu einer für Kelsterbacher Verhältnisse Großveranstaltung mit mehr als 300 Besuchern. Das Andreasgelage findet stets am letzten Freitag im November im großen Saal des Fritz-Treutel-Hauses statt. Nicht immer fällt das Andreasgelage auf den tatsächlichen Andreastag, das ist der 30. November.


Andreasgelage 2019

 

Andreasgelage 2019 – Mit einem Blick zurück gemeinsam in Richtung Zukunft

 

 

 

In Zeiten, in denen viele Menschen voller Sorge in Richtung Zukunft blicken, tut es gut, einfach mal durchzuatmen, zurück zu blicken und sich auf schöne Traditionen zu besinnen. Die Möglichkeit dazu bot sich am Freitag, 29. November, beim 53. Andreasgelage der Moderne, zu dem das Volksbildungswerk Kelsterbach ins Fritz-Treutel-Haus geladen hatte. Hier wurde in den Grußworten und im Festvortrag deutlich, dass das Miteinander zwischen Städten und Gemeinden, aus dem einst auch das Andreasgelage hervorgegangen ist, unverzichtbar dafür ist, die schwierigen Herausforderungen der Zukunft meistern zu können.

 

 

 

Im Mittelalter hatten Kelsterbach und der große Nachbar Frankfurt die Vereinbarung getroffen, dass die Bauern aus der kleinen Gemeinde bis zum Andreastag ihr Vieh in den Wald der Stadt treiben durfte. Im Gegenzug dafür musste ein Weidezins entrichtet werden, der bei einem gemeinsamen Gelage eingeholt wurde. Zur Pflege der Beziehungen und des Brauchtums zwischen den Städten Frankfurt und Kelsterbach wurde dieses Andreasgelage vom Volksbildungswerk 1966 wiederbelebt und zählt auch heute noch zu einem der festlichen Höhepunkte im städtischen Veranstaltungskalender.

 

 

 

Traditionell wurden die „Herren von Forst und Obrigkeit“ aus Frankfurt von einer Kutsche am Kelsterbacher Eisernen Steg abgeholt und standesgemäß zum Fritz-Treutel-Haus gebracht, wo sie nicht nur von Bürgermeister Manfred Ockel, Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne und von Hartmut Blaum, dem Vorsitzenden des Volksbildungswerks, sondern auch von den Lämmerspieler Jagdhornbläsern stimmungsvoll in Empfang genommen wurden. Bevor es dann in den Festsaal ging, wartete im Foyer noch eine kleine Überraschung auf die Besucher:

 

 

 

Heinz Zettl, ehemaliger Leiter von Opel Classic, hatte als perfekte Einstimmung auf seinen Festvortrag einen Opel Rekord Cabriolet aus dem Jahr 1964 mitgebracht, der vor dem Festsaal ausgestellt wurde. Bei diesem Anblick schlugen die Herzen so mancher Autoliebhaber höher und etliche Smartphones wurden für Erinnerungs-Selfies mit dem Klassiker gezückt. Allerdings musste Hartmut Blaum den Anwesenden gleich die Hoffnung nehmen, dass dieses schmucke Gefährt mitzunehmen oder käuflich zu erwerben sei.

 

 

 

Die Stimmung in „Kelsterbachs Wohnzimmer“, wie Blaum das bereits im weihnachtlichen Glanz erstrahlende Fritz-Treutel-Haus in seiner Begrüßung nannte, war gelöst und die mehr als 250 Gäste freuten sich über weitere musikalische Darbietungen der Lämmerspieler Jagdhornbläser und später auch vom Kelsterbacher Volkschor. Dazwischen wurden die Andreassprüche durch Christian Schönstein für Kelsterbach und den Schwanheimer Revierförster Holger Scheel sowie dem stellvertretenden Leiter der Abteilung Stadtforst Peter Rodenfels vom Frankfurter Grünflächenamt ausgetauscht – ganz getreu dem Motto „es bleibt alles beim Alten“!

 

 

 

Die darauf folgenden Grußworte von Bürgermeister Manfred Ockel, Rüsselheims Oberbürgermeister Udo Bausch, Landrat Thomas Will und Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker, hatten eines gemein: Sie alle hoben hervor, wie wichtig es ist, Traditionen wie das Andreasgelage zu pflegen und wie bedeutsam die Zusammenarbeit im Landkreis bei Themen wie Bildung, Digitalisierung, dem stetig steigenden Bedarf nach bezahlbaren Wohnraum und dem Ausbau der Infrastruktur ist. All das, da waren sich die Redner einig, sei nur durch interkommunale Zusammenarbeit zu schaffen und dafür müssen alle zusammenrücken. Für Egoismus, Hass und Ausgrenzung ist bei uns kein Platz – damit das Rhein-Main-Gebiet auch weiterhin eine so erfolgreiche Region mit Vorbildcharakter bleibt. Genau aus diesem Grund sei es auch so wichtig, dass die guten Beziehungen durch Veranstaltungen wie das Andreasgelage gepflegt werden.

 

 

 

Höhepunkt des Abends war der überaus interessante Vortrag von Heinz Zettl über die Geschichte von Opel. Hier präsentierte Zettl seinen aufmerksamen Zuhörern einige sehr spannende und auch überraschende Fakten über einen der wichtigsten Wirtschaftsmotoren der Region. Auch während der anschließenden Andreasmahlzeit, für die in diesem Jahr der Tierschutzverein Kelsterbach gesorgt hatte, wurde noch intensiv über einige der faszinierendsten Erkenntnisse des Vortrags, aber auch über die in den Grußworten angesprochenen Themen diskutiert, bevor mit den Schlussworten von Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne ein stimmungsvoller, kurzweiliger und dabei sehr entspannter Abend zu Ende ging – erfüllt von der Vorfreude auf das 54. Andreasgelage 2020! (Text und Fotos: Sebastian Betzold)

 


Das war das Andreasgelage 2018


Bereits zum 52. Male nach 1966 veranstaltete das Volksbildungswerk e.V. sein Andreasgelage der Moderne, heuer am Andreastag, dem 30. November. Traditionell kutschierten Alfred Rosskothen aus Raunheim mit seiner offenen roten Kutsche und Harald Michalsky den Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker und die beiden Förster Dr. Tina Baumann und Peter Rodenfels vom Kelsterbacher Eisernen Steg ins Fritz-Treutel-Haus. Dort wurden sie vom Vorsitzenden Hartmut Blaum, Bürgermeister Manfred Ockel und der Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne empfangen.

Traditionell sind die Andreassprüche, die Dr. Tina Baumann und Christian Schönstein austauschten. Deren Motto: Regelung der Rechte und Pflichten beim Viehtrieb, „es bleibt alles beim Alten“ und es wird heftig gefeiert. Mit frischen Liedern warteten die Lämmerspieler Jagdhornbläser und der Volkschor unter der Leitung von Andreas Stein auf. Die neuen Gesangsbeiträge brachten frischen Wind in die Veranstaltung.

Landesehrenbriefe

Für ihre Organisation der Bildungsreisen erhielt Rosemarie Hanikel-Richter den Landesehrenbrief, ebenso Christian Schönstein, der Schriftführer und 2. Vorsitzender des VBW ist. In ihren Grußworten rieten Manfred Ockel und Uwe Becker für einen stärkeren Ausbau der Infrastruktur und vor allem des Öffentlichen Personennahverkehrs. Dass eine Regionaltangente seit Jahrzehnten nicht vorankomme, sei schwer verständlich, sagte Becker. An der Umsetzung von Großbauprojekten hapere es im Land. Der Vereinsringsvorsitzende Thorsten Schreiner bemühte mit seinem Redebeitrag zwei markante Reminiszenzen, den Wiederaufbau der Alten Oper und die verhinderte Eingemeindung Kelsterbachs nach Frankfurt. „Genau die sichert uns weiterhin mit dem Andreasgelage einen bemerkenswerten Abend“.

Unorte

Mit einem gelungenen Vortrag über „Unorte in Frankfurt“ erfreute Christian Setzepfand das Publikum. Setzepfand ist Buchautor und Stadtführer und hat mit der neuen Altstadt viel zu tun. Er streifte mit Regionalmarken wie der Frankfurter Schirn, der Grünen Soße, den Frankfurter Würstchen, der Ochsenküche, den Fußballidolen Pfaff und Andreas Möller aus der Sossenheimer Bronx, aber auch der Lebedame Rosemarie Nitribitt Orte und Gegebenheiten in Frankfurt, betrachtete diese mit viel Witz aus eher ungewohnten Perspektiven. Auch das VBW wartete mit einer Sammlung von „Kelsterbacher Unorten“ auf, die im Januar 2019 in der Stadt- und Schulbibliothek zu sehen sind. Mit dem Andreasmahl, bestehend aus Weck, Worsch und Ebbelwoi, gestiftet von der Kelterei Gerhard Nöll aus Griesheim, rundete sich das Andreasgelage ab. Im kommenden Jahr wird der Tierschutzverein Kelsterbach die Bewirtung der Gäste übernehmen. (hb/ Fotos: Rainer Wilhelm)

 

"Unorte" - das Thema des Andreasgelage 2018

Christian Setzepfand aus Frankfurt am Main hält den Festvortrag beim Andreasgelage 2018 am Freitag, 30. November, voraussichtlicher Beginn 19 Uhr im Fritz-Treutel-Haus in der Bergstraße 20. Der Autor zahlreicher Bücher zum Thema "Unorte" in Frankfurt und in der Region wird mit bemerkenswerten Besonderheiten der Region aufwarten.

Parallel dazu zeigt Christian Schönstein vom Volksbildungswerk eine Fotoausstellung über "Kelsterbacher Unorte". Schönstein hat Kelsterbach aus unüblichen Perspektiven fotografiert und zeigt eine Auswahl zum Andreasgelage.

Nichtmitglieder können am Andreasgelage teilnehmen, Meldung an den Vorsitzenden oder den 2. Vorsitzenden des VBW.


Das war das Andreasgelage 2017

Das diesjährige Andreasgelage stand unter dem Motte "Zurück zu den Anfängen". Denn bevor das Andreasgelage der Moderne in das Fritz-Treutel-Haus (früher Bürgerhaus) zog, wurde es auch schon in der MzH-Nord abgehalten. Treffend dazu sagte der Vereinsringvorsitzende, Thorsten Schreiner, "Wichtig ist doch auch der tiefere Sinn des Gelages, und erst in zweiter Linie der Platz". Die etwa 200 anwesenden Gäste sahen das wohl genauso.

Den Auftakt machten wie immer die Lämmerspieler Jagdhornbläser, die die ankommenden Gäste aus Frankfurt mit einem Halali begrüßten. Danach geleitete Hartmut Blaum, Herrn Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker, sowie die beiden Forstmänner, Herr Hölzel und Herr Scheel, zu ihren Plätzen. Nach dem alle Grußworte überbracht wurden, tauschen Christian Schönstein für die Gemeinde Alt-Kelsterbach und Johannes Hölzel für die Stadt Frankfurt die Andreassprüche aus.  

Danach folgte der Höhepunkt der Veranstaltung, nämlich der Festvortrag des bekannten Historikers, Dr. Wolfgang Metternich. Sein Lichtbildvortrag hatte die "Kulturdenkmäler am Untermain zwischen Aschaffenburg und Mainz" zum Thema.

Den Schlusspunkt setzte wie so oft in den letzten Jahren, die Stadtverordnetenvorsteherin Frau Helga Oehne. Sie bedankte sich bei allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung.

 

Der Vorstand des Volksbildungswerkes Kelsterbach e. V. bedankt sich an dieser Stelle bei allen, die diesen Abend ermöglicht haben.

 


Das war das Andreasgelage 2016

Im Jahr 2016 feierte das Volksbildungswerk die Ausrichtung des 50. Andreasgelage der Moderne. Die Feierlichkeiten fanden im großen Saal im Fritz-Treutel-Haus statt. Mehr als 300 Besucher wohnten dabei den Feierlichkeiten bei. Den Anfang machte wie immer die Ankunft der Frankfurter Gäste. Begrüßt wurden diese von Herrn Bürgermeister Manfred Ockel und dem Ersten Vorsitzenden Hartmut Blaum. Begleitet wurde die Ankunft von den Lämmerspieler Jagdhornbläsern. Im Saal angekommen folgte der Austausch der Andreassprüche zwischen Frau Dr. Baumann und Christian Schönstein. Den Festvortrag hielt Herr Dr. Wolfgang Fritzsche über Denkmalkultur im Kreis Groß-Gerau, danach folgte ein Musikbeitrag der Gruppe "Handkäs mit Orange". Eine besondere Ehrung ging in diesem Jahr an Frau Renate Pfister und Herrn Karl Schmiedt. Diese wurden im Rahmen ihrer jahrelangen Ehrenamtlichen Tätigkeit im Volksbildungswerk von Herrn Landrat Thomas Will mit dem Ehrenbrief des Landes Hessens ausgezeichnet.